Wie definiert man “Wortschatz” – Grundwissen Teil 3


Was ist ein Wortschatz?

Die gesamte Anzahl aller Wortgrundformen, die eine Person kennt, nennt man Wortschatz. Diese Grundformen von Wörtern haben die Bezeichnung “Lemma” oder im Plural, also in der Mehrzahl, “Lemmata” (neuerdings auch “Lemmas”). Wikipedia schreibt:

Das Lemma [ ... ] ist in der Lexikografie und Linguistik die Grundform eines Wortes, also diejenige Wortform, unter der man einen Begriff in einem Nachschlagewerk findet (ZitierformGrundform).

Ein kleines Beispiel, was ein Lemma ist: Die Wörter “Begrifflichkeit” und “begreifen” lassen sich beide von der Grundform “greifen” ableiten. So ist das Lemma der beiden Begriffe “greifen”.

Die deutsche Gegenwartssprache

beinhaltet zwischen 300.000 und 500.000 solcher Wortgrundformen, wobei die Anzahl immer stark variieren können - je nach Schätzung und den verschiedensten Aufnahmekriterien, wie Nominalisierungen, Fachbegriffe, Dialektausdrücke, usw. Eine exakte Angabe über den Umfang der deutschen Gegenwartssprache wird auch deswegen nicht möglich sein, weil ständig Wörter aus anderen Sprachen entliehen oder neu gebildet werden 1.  Auf der Webseite des Dudens findet man dazu:

Eine genaue Feststellung wird auch dadurch erschwert, dass die Abgrenzung der festen Bestandteile unseres (Allgemein)wortschatzes von den Situations- oder Gelegenheitsbildungen (etwa »Autohimmel« in dem Satz »Der neue Sportwagen ist ein Stern am Autohimmel«) und den fach- und sondersprachlichen Wörtern nicht möglich ist.1

Der Grundwortschatz

Noch eine genauere Differenzierung zum allgemeinen Wortschatz bietet der Grundwortschatz. Dieser ist in dem allseits bekannten deutschen Lexikon, dem Duden, abgebildet. Er umfasst rund 135.000 Stichwörter und beinhaltet diejenigen Wörter, die regelmäßig auch außerhalb von Fachkreisen Anwendung finden.

Um die Relationen zu sehen verweise ich auf den Artikel “Den aktive Wortschatz erweitern“, in dem schon erwähnt wurde, dass ein deutscher Durchschnittssprecher 12.000 – 16.000 Wörter verwendet und ohne Schwierigkeiten mindestens 50.000 Wörter versteht.

Wie kommt ein Wort in den Duden?

In den Tagen von Internet und Co. gibt es Suchmaschinen, die abertausende deutsche Texte durchgehen und jedes Wort, was sie nicht kennen aufzeichnen und in den sogenannten Dudenkorpus übertragen. In diesem Dudenkorpus sind mittlerweile sage und schreibe 2 Milliarden Wortformen enthalten! Natürlich werden nicht nur Internettexte durchscannt, sondern auch eine Vielzahl aktueller Romane, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Reparatur- und Bastelanleitungen, Reden, usw. und ebenfalls in den Dudenkorpus hineingenommen. Durch filtern der Wörter, die in verschiedenen Arten von Texten mehrmals auftauchen, und redaktioneller Arbeit, kann sich dann ein Wort in den Duden hineinarbeiten. Duden.de hat ein lehrreiches Video2 dazu geteilt:

1 Duden.de | Zum Umfang des deutschen Wortschatzes
2 Duden.de | Wie kommt ein Wort in den Duden?

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